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Mercedes OM636 mit einer kleinen Rauchwolke

Ein Motor, der manchmal eine kleine Rauchwolke abgibt. Da kann etwas nicht in Ordnung sein.

Nach der Überprüfung der üblichen Dinge, sind wir bis ins Herz des Motors vorgedrungen.Bei einer Kompressionsprüfung zeigt sich sehr bald, dass mit diesem 1,8-l-Motor etwas nicht ganz in Ordnung ist.Gute Werte haben der erste, zweite und vierte Zylinder, alleine der dritte Zylinder läuft nur noch mit dem halben ursprünglichen Druck. Bei einem Kompressionsverhältnis von 19:1 wird das angesaugte Luft-Treibstoffgemisch beim Verdichtungshub auf ungefähr 1/19 verdichtet und der werksseitige Druck beträgt etwa 23 bar. dsc_0032Da dieser Höchstwert durch den Zustand des Anlassers und der Batterie etwas beeinträchtigt werden kann, müssen auch diese Teile näher untersucht werden, wenn die Kompression nicht fehlerfrei ist.Als Faustregel gilt, dass bei dieser Prüfung alle Zylinder den gleichen Kompressionsdruck aufweisen sollten.

Verbrennung
Wenn Luft in einem geschlossenen Raum schnell komprimiert wird, entsteht Wärme. Je höher der Druck, desto höher ist die Temperatur. Bei der höchsten Stellung des Kolbens, dem so genannten oberen Totpunkt, ist der Raum am kleinsten. Kurz davor wird der Dieseltreibstoff eingespritzt. Durch die schnell ansteigende Lufttemperatur zusammen mit dem eingespritzten Treibstoff kommt es zur Selbstverbrennung. Die Verbrennung muss, um die größte Kraft zu erzeugen, genau im oberen Totpunkt erfolgen. Weil bis zur Verbrennung eine gewisse Zeit vergeht, wird der Treibstoff kurz vor dem oberen Totpunkt eingespritzt.

Erklärung für den Rauch.dsc_0041
Mit dem Kompressionsdruck von 14 bar im dritten Zylinder wird nicht mehr die für die Selbstverbrennung nötige Temperatur erreicht. Wenn also der Treibstoff in einem der Zylinder ständig nicht richtig verbrannt wird, tritt aus dem Auspuff eine Rauchwolke aus.

Ein Grund für eine genauere Untersuchung
Die Ursache für einen zu geringen Druck, können entweder defekte Kolbenringe, die Ventile oder eine undichte Zylinderkopfdichtung sein; im Innern also.  Nach dem Ausbauen des Zylinderkopfs zeigt sich rasch, dass die Ventile von Zylinder Nr. 3 nicht mehr einwandfrei waren. Vollständig korrodiert; höchstwahrscheinlich durch einen kleinen Riss in der Zylinderkopfdichtung, sodass ein wenig Kühlflüssigkeit in den Zylinder eindringen konnte. Bei still stehendem Motor sind dadurch die Ventile und die Ventilsitze, über die die Zufuhr und Abfuhr der Gase erfolgt, angegriffen worden. Zum Glück ist kein größerer Schaden entstanden; der Kolben und die Zylinderwand waren noch völlig in Ordnung, denn diese Teile werden durch das Schmieröl gegen die Feuchtigkeit besser geschützt.

An die Arbeit! 
Für ein gründliches Vorgehen sind alle Ventile und Ventilsitze geschliffen und die erforderlichen Dichtungen ausgetauscht worden. Aufgrund des Alters des Motors ist zu empfehlen, den Zylinderkopf auf innere Metallschäden zwischen den Kammern zu prüfen. dsc_0062Auch die Einspritzdüsen, die den Treibstoff für eine optimale Verbrennung möglichst fein vernebeln müssen, sollten nach den vielen Jahren ebenfalls überprüft werden.Nach dem Planschleifen und dem Testen des Zylinderkopfs konnte dieser sauber und wie neu eingebaut werden. Nach einer anschließenden raschen Kompressionsprüfung schnurrte der Motor wieder wie es sein muss.

  • Kompression prüfen
  • Zylinderkopf ausbauen
  • Ventile und Ventilsitze schleifen/ austauschen
  • Zylinderkopf abdrücken und planschleifen
  • Einspritzdüsen testen/ überholen

Haben auch Sie Probleme mit Ihrem Dieselmotor in Ihrem Boot? Für eine Beratung können Sie jederzeit Kontakt mit uns aufnehmen.

 

Ersatzteil für den Mercedes OM636, die AB Marineservice liefert:

Anlasser 
Glühkerze Originalsystem
Schnellglühkerzen
Förderpumpe
Lichtmaschine
Zylinderkopf-Dichtungssatz
Impellerpumpe

 

 

 

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